Bäume, wenn sie fallen
Übersetzt von Lis Künzli
gebunden, 208 Seiten
noch nicht erschienen
ersch. 20. August 2026Was tun wir mit Kindheitserinnerungen, die mit der Zeit einen beunruhigenden Beigeschmack bekommen?
Fanny Wobmann hat ihre glücklichsten Kinderjahre in Madagaskar verbracht. Der Vater arbeitete als Entwicklungshelfer, sie wohnten in einem grossen Haus mit Garten. Das blonde weisse Mädchen fühlte sich ganz selbstverständlich als Teil des afrikanischen Kontinents. Ihre Privilegien realisiert die erwachsene Frau erst heute, zunehmend verunsichert, was sie mit diesem Teil ihrer Identität anfangen soll.
Sie beginnt, sich damit zu befassen, ihre Erinnerungen zu befragen. Hat ihre Kinderfreundin Nirina ihre Freundschaft auch als Glück erfahren? Was ist mit dem Dokumentarfilm über Entwicklungshilfe von damals, in dem ihre Eltern auftreten? Die Sache wird kompliziert, auch für ihre Eltern und Geschwister.
«Bäume, wenn sie fallen» ist eine poetische wie politische Erzählung über ein persönliches koloniales Erbe sowie über die Natur der Erinnerung und des Erzählens selbst.

Bildrechte: Ayşe Yavaş
Léopold, für die sie schreibt, spielt und Regie führt. «Am Meer dieses Licht» ist ihr zweiter Roman.

Bildrechte: Bernard Bonnefon
Pressestimmen
«Eine Suche nach Identität und Wahrheit, die die Wahrnehmungen der Autorin sowie die Familiengeschichte ins Wanken bringt.» Emmanuelle Caminade, L’Or des livres
Veranstaltungen
Dienstag, 13. Oktober 2026
19:30 Uhr
Volkshaus, Gelber Saal
Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich, Schweiz
Texte über (persönliche) koloniale Erben
mit Fanny Wobmann, Lis Künzli und Angélique Beldner
In ihrem Buch «Bäume, wenn sie fallen» setzt sich Fanny Wobmann mit ihrer Kindheit auseinander, die sie als weisses Mädchen in Madagaskar verbracht hat. Ihre Privilegien versteht sie erst als Erwachsene. «Bäume, wenn sie fallen» erschien 2024 auf Französisch, im August 2026 erscheint die deutsche Übersetzung von Lis Künzli im Limmat Verlag.
Angélique Beldner hat in ihrem Buch «Rassismus im Rückspiegel» (Limmat 2025) anhand ihrer eigenen Lebensgeschichte untersucht, wie sich die Wahrnehmung von Rassismus in der Schweiz und der Umgang damit seit den 1970er-Jahren verändert hat. Am 13. Oktober spricht sie mit Fanny Wobmann und Lis Künzli über ihre (unterschiedlichen) Perspektiven auf Kolonialismus und Rassismus, darüber, wie ein solches Buch übersetzt werden kann, wie Form und Inhalt zusammenhängen und warum die Auseinandersetzung mit dem (persönlichen) kolonialen Erben so wichtig ist.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Übersetzerhaus Looren statt.
Eintritt Fr. 10 (Fr. 5 ermässigt), Reservation erwünscht unter verstaltungen@limmatverlag.ch
T: 044 241 42 32
www.volkshausbuch.ch
