Bäume, wenn sie fallen

Bäume, wenn sie fallen

Übersetzt von Lis Künzli

gebunden, 208 Seiten

noch nicht erschienen

ersch. 20. August 2026
ca. SFr. 34.–, 28.– € / E-Book SFr. 25.–
ISBN 978-3-03926-110-9

Was tun wir mit Kindheitserinnerungen, die mit der Zeit einen beunruhigenden Beigeschmack bekommen?

Fanny Wobmann hat ihre glücklichsten Kinderjahre in Madagaskar verbracht. Der Vater arbeitete als Entwicklungshelfer, sie wohnten in einem grossen Haus mit Garten. Das blonde weisse Mädchen fühlte sich ganz selbstverständlich als Teil des afrikanischen Kontinents. Ihre Privilegien realisiert die erwachsene Frau erst heute, zunehmend verunsichert, was sie mit diesem Teil ihrer Identität anfangen soll.

Sie beginnt, sich damit zu befassen, ihre Erinnerungen zu befragen. Hat ihre Kinderfreundin Nirina ihre Freundschaft auch als Glück erfahren? Was ist mit dem Dokumentarfilm über Entwicklungshilfe von damals, in dem ihre Eltern auftreten? Die Sache wird kompliziert, auch für ihre Eltern und Geschwister.

«Bäume, wenn sie fallen» ist eine poetische wie politische Erzählung über ein persönliches koloniales Erbe sowie über die Natur der Erinnerung und des Erzählens selbst.

Fanny Wobmann
Bildrechte: Ayşe Yavaş
Fanny Wobmann, geboren 1984 in La Chaux- de-Fonds, studierte Soziologie an der Universität Neuchâtel. Sie ist Gründungsmitglied des Autorenkollektivs Ajar und der Theaterkompanie Princesse
Léopold, für die sie schreibt, spielt und Regie führt. «Am Meer dieses Licht» ist ihr zweiter Roman.
Lis Künzli
Bildrechte: Bernard Bonnefon
Lis Künzli, geboren in Willisau, studierte Germanistik und Philosophie in Zürich und Berlin und lebt heute in Toulouse. Die Übersetzerin von Amin Maalouf, Atiq Rahimi, Camille Laurens, Pierre Bayard, Pascale Hugues, Marivaux, S. Corinna Bille u. a. wurde 2009 mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis ausgezeichnet.

«Eine Suche nach Identität und Wahrheit, die die Wahrnehmungen der Autorin sowie die Familiengeschichte ins Wanken bringt.» Emmanuelle Caminade, L’Or des livres

Texte über (persönliche) koloniale Erben

mit Fanny Wobmann, Lis Künzli und Angélique Beldner

In ihrem Buch «Bäume, wenn sie fallen» setzt sich Fanny Wobmann mit ihrer Kindheit auseinander, die sie als weisses Mädchen in Madagaskar verbracht hat. Ihre Privilegien versteht sie erst als Erwachsene. «Bäume, wenn sie fallen» erschien 2024 auf Französisch, im August 2026 erscheint die deutsche Übersetzung von Lis Künzli im Limmat Verlag.
Angélique Beldner hat in ihrem Buch «Rassismus im Rückspiegel» (Limmat 2025) anhand ihrer eigenen Lebensgeschichte untersucht, wie sich die Wahrnehmung von Rassismus in der Schweiz und der Umgang damit seit den 1970er-Jahren verändert hat. Am 13. Oktober spricht sie mit Fanny Wobmann und Lis Künzli über ihre (unterschiedlichen) Perspektiven auf Kolonialismus und Rassismus, darüber, wie ein solches Buch übersetzt werden kann, wie Form und Inhalt zusammenhängen und warum die Auseinandersetzung mit dem (persönlichen) kolonialen Erben so wichtig ist.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Übersetzerhaus Looren statt.
Eintritt Fr. 10 (Fr. 5 ermässigt), Reservation erwünscht unter verstaltungen@limmatverlag.ch

T: 044 241 42 32
www.volkshausbuch.ch