In welchen Zeiten leben wir!
Das Schauspielhaus Zürich 1938-1998
gebunden, 300 Fotos u. Dok., 420 Seiten
September 19981938 gründeten einige Zürcher Bürger die Neue Schauspiel AG. Sie wollten in erster Linie das Ensemble für Zürich retten. Diese Gründung mit Beteiligung der Stadt war ihre Reaktion auf die Herausforderungen der Zeit. Während des Krieges war das Schauspielhaus Uraufführungsbühne exilierter Dramatiker wie Bertolt Brecht, Klassiker standen neben zeitgenössischen Stücken. Hier arbeitete ein hervorragendes Ensemble, dem Emigranten und Schweizer angehörten – Maria Becker, Anne-Marie Blanc, Therese Giehse, Leopold Biberti, Ernst Ginsberg, Heinrich Gretler, Kurt Hirschfeld, Kurt Horwitz, Wolfgang Langhoff, Leopold Lindtberg, Teo Otto, Karl Paryla, Leonard Steckel, um nur einige zu nennen. Die künstlerischen Leistungen sind in die Geschichte eingegangen und legendär. Das Schauspielhaus wurde zur massstabgebenden europäischen Bühne bis weit in die Nachkriegszeit hinein. Dürrenmatt und Frisch sind «Geschenke» dieser Bühne an die Weltliteratur. Die Geschichte des deutschsprachigen Theaters der zweiten Jahrhunderthälfte ist durch die Pfauenbühne nachhaltig geprägt worden, und noch heute gehört das Schauspielhaus Zürich zu den beachteten Theatern.
Dieses Buch beschreibt und dokumentiert den Theateralltag und die Bedingungen, unter denen künstlerische Leistungen erbracht und auch Meilensteine der Theatergeschichte gesetzt wurden. Das Schauspielhaus hat dazu erstmals sein Archiv geöffnet. Das reich illustrierte Standardwerk enthält viele bisher unbekannte Dokumente und Fotos, Kurzbiographien, verschiedene Register und Verzeichnisse.

Bildrechte: Ayse Yavas
Pressestimmen
Zürcher Oberländer / Anzeiger von Uster, 16. Oktober 1998
Le Temps, 31. Oktober 1998
Sonntags-Blick, 01. November 1998
Tagblatt der Stadt Zürich, 18. November 1998
Tages-Anzeiger, 25. November 1998
Der Landbote, 28. November 1998
TheaterZeitung, Dezember 1998
Neue Zürcher Zeitung, 15. Dezember 1998
«Zum Geleit kommt gleich eine Warnung: Dies sei «kein lustiges Buch». Peter Löffler, einst Intendant des Hauses, leitet so die umfassend recherchierte, reich bebilderte Geschichte des Zürcher Schauspielhauses ein, dessen Autoren Ute Kröger und Peter Exinger erstmals die Archive des Theaters zur Verfügung standen. Von den Jahren 1938 bis 1998 spannt sich der Bogen: vom Tingeltangel zur berühmten antifaschistischen Bühne während des Kriegs, zum umstrittenen Theater Anfang der siebziger Jahre bis heute. Nachzulesen ist, wie Kunst und Politik einander bedingen und widerstreiten, auf den Brettern wie in den Gremien des Hauses und der Stadt. Lustig muss das nicht sein, aber spannend, sprich: im Wortsinn aufregend.» Die Weltwoche
«Irgendwo zwischen bürokratischen Spitzfindigkeiten und lustvoller Kreativität spielt sich der Alltag in einem Theater ab. Die wechselvolle und mitunter stürmische Geschichte des Zürcher Schauspielhauses dokumentiert ein opulent gestalteter Text-Bild-Band, in dem fern jedweder Verklärung und dank kluger Analyse die Jahre von 1938 bis 1998 wie im Flug vorbeiziehen.» Schweizer Illustrierte
«Ein kleines Forscher-Märchen. Da lernen sich zwei «Fremde» im Stadtarchiv Zürich kennen, eine Deutsche und ein Österreicher, und finden sich in ihrem leidenschaftlichen Interesse für das Schauspielhaus Zürich. Für beide ist es unfassbar, dass sich bis jetzt niemand an das so reichhaltige Material herangemacht hat. Und weil sie, Ute Kröger, aus purer Neugier schon einen Haufen Material gesammelt hat und er, Peter Exinger, an einer Dissertation über Ferdinand sitzt, ergibt sich eins aus dem andern, beide recherchieren, schreiben und redigieren im Pingpong-System, und da naht das Jahr 1998 und die Neue Schauspiel AG wird sechzig. Und alles ist bereit für ein Buch, ein grosses, das bis in die Gegenwart reicht. Aber was sich anhört wie ein kleines Forscher-Märchen, ist in Wahrheit auch ein trauriges Kapitel über die Schwierigkeit, hierzulande mit Theatergeschichtsschreibung Interesse zu wecken. Denn das Buch ist nicht, wie man denken könnte, von der Neuen Schauspiel AG in Auftrag gegeben und finanziert worden. Die jahrelange Arbeit hat, ausser Unkosten, den Autoren nichts eingebracht.
Dennoch geht das Märchen noch ein bisschen weiter: Dank einem Tip von Urs Bircher wandten sich die beiden an den Limmat Verlag, und dieser erklärte sich bereit, das Buch herauszubringen.» Tobias Hoffmann, Der Landbote
