Spurlos
Roman
gebunden, 220 Seiten
August 2007Spurlos verschwindet ein Mann in den Bergen. Andrea Stamm hat ihn zum letzten Mal gesehen, nachdem sie ihm seinen letzten Wunsch, ihn auf den Berg zu begleiten, erfüllt hatte. Für die Bergführerin könnte es heikel werden, wenn der Verband seine Drohung, sie auszuschliessen, wahrmacht. Andrea begibt sich auf die Suche – ohne Erfolg. Sie begegnet dem einsamen Jungen Magnus, der durch die Berge streift und vom Meer träumt. Und sie erhält Unterstützung beim Arzt Daniel Meyer, der ebenfalls auf Spurensuche geht. Die ‹gute alte Zeit› findet er im Bergdorf nicht mehr, dafür einen korrupten Gemeindeverwalter und Mobilfunkantennen im Glockenturm. Machen sie wirklich die Menschen krank, wie Anita, die krebskranke Wirtin und Künstlerin behauptet? Daniel Meyer sucht nach Erklärungen für das Unerklärbare – und nach seiner grossen Liebe.
Nach «Die Wand der Sila» und «Steinschlag» ist «Spurlos» der dritte Band der Sila-Reihe. «Steinschlag» wurde 2005 von Judith Kennel verfilmt.

Bildrechte: Marco Volken
Emil Zopfi, geboren 1943, studierte nach einer Berufslehre Elektrotechnik und arbeitete als Computerfachmann und Erwachsenenbildner für Informatik und Sprache. Autor von Romanen, Hörspielen, Kinder- und Jugendbüchern. Er lebt heute als Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Schweizer Jugendbuchpreis, dem Kulturpreis des Kantons Glarus und dem Albert Mountain Award.
Pressestimmen
«Zopfis packende Fabulierlust bestätigt sich nicht nur am Berg. Er verflicht ebenso gekonnt wie unterhaltsam mehrere Handlungsstränge und entwickelt seine Figuren auf überzeugende Art.» Neue Zürcher Zeitung
«Wie Zopfi mit einfachsten sprachlichen Mitteln die ungemütliche Stimmung eines vom Tourismus beelckten Bergdorfs oder einer heruntergekommenen Alphütte, aber auch die Faszination des Klettersprot, die Ängste und die rauschhaften Freiheitsgefühle bei schwierigem Aufstieg vermittelt, das macht ihm so schnell keiner nach.» Basler Zeitung
«Ein spannender und ebenso schlichter, sinnlicher Roman.» Biel-Benkemer
«Mit dem Kriminalroman ‹Spurlos› legt der Alpinist und Schriftsteller Emil Zopfi einen spannenden Fall vor. Charaktere und Stimmungn in den Bergen kann Zopfi meisterhaft beschreiben, denn der Alpinist, der immer noch im 8. Schwierigkeitsgrad klettert, weiss, wovon er spricht. So schnell steigt ihm da keiner nach.» Der Landbote
«Geschickt verwebt Zopfi die verschiedenen Stränge in 73 Szenenfolgen zu einem starken Bergseil.» SBD. bibliotheksservice
«Eine Mischung aus Flüchtlingspolitik, Technikkritik und Immobilienspekulation, garniert mit einer Liebesgeschichte und erzählt vor einer Bergkulisse: Das klingt nach einem Roman, der simple Klischees bedient. Emil Zopfi entgeht dieser Falle. Erstens kennt der Autor die Bergwelt zu gut, er kann mit detailreichen Schilderungen Spuren hineinlegen, die mehrdeutig bleiben. Ob das Verlorene ‹die gute alte Zeit› war, steht bei Zopfi stets in Frage. Ausserdem ist der Romn raffiniert aus drei Perspektiven erzählt: Andres, Magnus und Daniel, wobei sich diese gelegentlich treffen. Ob für immer, bleibt offen.» St. Galler Tagblatt
«Ein vielschichtiger Bergroman, spannend und stimmungsvoll erzählt von einem, der beide Metiers beherrscht, das Schreiben und das Bergsteigen.» Luzerner Woche
«Ein Heimatroman, der zwischen spannendem Krimi und Liebesgeschichte schwankt.» Alpenjournal
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Er zog den Kopf ein, schob den Feldstecher ins Futteral. Gelegentlich hatte er Bergsteiger beobachtet, wenn er durch die Gegend streifte. Keiner bewegte sich so leicht und so sicher wie die kleine Frau. Wie eine Artistin im Zirkus, den er mit seiner Mutter besucht hat, unten in Pratt. Mit einem Sprung setzte sie über eine Scharte, balancierte mit ausgebreiteten Armen auf der Gratschneide, hüpfte über Zacken hinweg, als spiele sie Himmel und Hölle.
