Wer putzt die Schweiz?
Migrationsgeschichten mit Stolz und Sprühwischer
Mit Texten von Dragica Rajčić Holzner / Mit Fotografien von Marc Bachmann / Mit einem Vorwort von Marc Spescha
gebunden, 1. Auflage, 256 Seiten, 131 Fotografien, 256 Seiten, 130 Abb.
Februar 2022Von den über 200 000 Menschen, die in der Schweiz Reinigungsarbeiten verrichten, sind die meisten Migrantinnen und Migranten. Oft nehmen wir sie nicht wahr, sondern stellen höchstens fest, dass unsere Büros am nächsten Morgen wieder sauber, die Restauranttoiletten geputzt sind oder im Spital alles frisch desinfiziert wurde. Falls jemand unsere Wohnung putzt, kennen wir sie oder ihn zwar persönlich, doch oft nicht viel persönlicher.
Mit ihren Reportagen porträtieren Marianne Pletscher und Marc Bachmann neun Personen und ein Ehepaar, die in der Tieflohnbranche der Reinigung tätig sind oder waren – permanent unter Druck, die gesetzlichen Integrationsanforderungen zu erfüllen, keine Schulden anzuhäufen und möglichst keine Sozialhilfe zu beziehen. Dragica Rajčić Holzner erzählt zudem in einem poetischen Text aus ihrem Leben als einstige Putzfrau, in dem jeden Tag alles immer wieder schmutzig und ihr Schreiben nur als «Unterbruch des Putzens» möglich war.
Wer sich auf dieses Buch einlässt, erhält nicht einfach eine statistisch richtige Antwort auf die Frage, wer die Schweiz putzt, sondern begegnet geflüchteten und immigrierten Menschen mit überwältigenden Erfahrungsschätzen, Schicksalen und Stolz.

Bildrechte: Ayşe Yavaş

Bildrechte: Caroline Minjolle
Pressestimmen
«Marianne Pletscher und Marc Bachmann vermitteln ein aufrichtig empathisches Interesse und damit eine nachvollziehbare Begreifbarkeit von Zwickmühlen, denen Menschen gegenüberstehen.» Thierry Frochaux, P.S.
«In diesem Buch gibt es viel zu lernen: über einzelne Menschen und das Leben, über Kriege und deren Folgen, das Migrations(un)wesen, soziale Unterschiede, Haltungen, Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt über die Würde des Menschen.» Susi Oser, P.S.
«Die Bilder animieren zu Gesprächen, zur Lektüre und zu einem geschärften Blick aufs Thema Putzen.» Gabriele Barbey, Saiten
«Die ‹Migrationsgeschichten mit Stolz und Sprühwischer› zeigen Menschen mit Furchen und Narben, aber auch mit Tapferkeit und Charakterstärke. Ihre Lebensgeschichten werden in Wort und Bild würdevoll und sorgsam erfasst.» notabene
«Zusammen mit vielen ausdrucksstarken Fotos von Marc Bachmann gelingen eindringliche Lebens- und Arbeitsgeschichten von Menschen, die meist als Asylsuchende oder über Familiennachzug in die Schweiz kamen und heute zu den fast 200’000 Personen gehören, die Schweizer Strassen, Büros, Klassenzimmer und Privatwohnungen sauber halten.» Kathrin Meier-Rust, Journal 21
«Ein Blick auf die Schweiz aus einer gern übersehenen Perspektive.» Lesen
« Diese ‹unsichtbaren Geister › sichtbar zu machen war Pletschers Ziel, und das ist ihr gelungen. Zugute zu halten ist der Autorin, dass sich das Werk äusserst leicht liest, die Sprache ist nüchtern und einfach verständlich.» Johanna Wedl, bref
«Die Texte sind kurzweilig und informativ, da Pletscher politische wie auch juristische Probleme gut erklärt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hat sie in diesem Werk eine einprägsame Collage aus individuellen Geschichten, Ansichten und Fakten zusammengestellt. Dieses Buch sei allen Menschen empfohlen, für die je geputzt wurde.» Julia Kohli, NZZ am Sonntag - Bücher am Sonntag
«Marianne Pletscher nähert sich in ihrem Buch ‹Wer putzt die Schweiz?› vielfältigen Protagonistinnen und Protagonisten mit überwältigenden Erfahrungsschätzen, Schicksalen und Stolz. Ein Musterbeispiel, wie wir alle mit gesellschaftlichen Brüchen und menschlichen Verletzlichkeiten umgehen können.» Beat Schaller, Sichtweisenschweiz.ch
